Sehr geehrte Damen und HerrenDer Vorstand der SGS freut sich. Ihnen in der folgenden Beschreibung das Gallowayrind vorstellen zu dürfen. Am 17. Januar 1996 ist der Verein der Schweizerischen Gallowayzuchter, die Swiss Galloway Society gegründet worden. Für den Namen des Vereins haben wir uns der Englischen Sprache bedient, um auf den schottischen Ursprung des Tieres hinzuweisen. Die Swiss Galloway Society folgt dem Ruf unserer Landwirtschaft nach inovativem Denken und neuen Ideen für die Bewirtschaftung von extensiv nutzbarem Land, Grenzertragsböden und oekologischen Ausgleichsflächen.
Es handelt sich also nicht um eine Fleischproduktion für die Basisversorgung, sondern eher um die Bewirtschaftung einer Marktnische, welche für Betriebe verschiedenster Grosse von Interesse sein kann.
Die im Ausland gemachten guten Erfahrungen und die ausgezeichnete Fleischqualität des Galloway Beefs haben uns fest davon überzeugt, dass das Gallowayrind in der Schweiz rasch FUSS fassen wird.
Wie beim Wein, wo zwischen verschiedenen Rebsorten, Boden und Lagen unterschieden wird, sollte der Konsument auch beim Fleisch die Möglichkeit haben, differenzierter auszuwählen. Also nicht nur Rind-, Schaf- oder Schweinefleisch, sondern wie bei der Weinkarte eine grossere Auswahl. Zum Beispiel ein Galloway Steak: ganzjährige Haltung der Rinder im Freien, ohne Zufütterung von Kraftfutter oder tierischen Eiweissen, alles garantiert durch Ihren lokalen Produzenten.
Die Vermarktung ab Hof mit der Zusicherung für tiergerechte Haltung, zeitgemässe Fütterung mit Rauf utter und tierschutzgerechte Schlachtung wird das Vertrauen des Konsumenten in der Zukunft rechtfertigen.
Mit freundlichen Grüssen im Namen des Vorstandes der Swiss Galloway Society
Das Gallowayrind, eine neue Robustrasse in der Schweiz Das Gallowayrind gehort zu den ältesten Robustrassen auf der Welt, welche bei extensiver Nutzung von Grenzertragsflächen und ökologischen Ausgleichsboden eingesetzt werden.
Geschichtliche Betrachtungen
Die erste historische Beschreibung dieser Tiere geht auf den Dichter Livius (284-204 a.c.) zurück. Die Römer kannten nämlich bereits das vorzügliche Fleisch der schwarzen Kühe, welche als einzige Lebewesen den Hadrianswall, welcher die Provinz Britannia schützen sollte, von Norden her durchdrangen. Schottische Herdebücher wurden seit dem Mittelalter geführt, fielen aber einem Brand im Landwirtschaftsministerium in Edinburgh 1851 zum Opfer. 1878 erfolgte die Gründung der Schottischen Galloway Society in Castle Douglas.
Auf den britischen Inseln wurden zwei Urformen der heutigen Rinderrassen gefunden. Die eine war hornlos, die andere wies kurze Horner auf. Von der ersten stammen die Galloways von der letzteren die Highland-, Devon- und Herefordrinder ab.
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Gallowayrinder in der SchweizEinzelne Tiere wurden schon 1982 in die Schweiz importiert. Eine erste Zuchtgruppe existiert bei uns seit Frühjahr 1994. Durch die Aenderung der Bewilligungspraxis im Bundesamt für Landwirtschaft erfolgten im Sommer 1995 grossere Importe aus Deutschland und einzelne Betriebe setzen das Gallowayrind als tragenden Betriebszweig in der Extensivhaltung ein. Am 17. Januar 1996 wurde von den schweizerischen Gallowayzüchtern die Swiss Galloway Society gegründet.
Erscheinungsbild Gallowayrinder sind eine dominant hornlos vererbte Fleischrinderrasse und stammen aus dem Südwesten Schottlands, der Grafschaft Galloway. Sie bringen bei extensiver Robusthaltung eine Fleischleistung von hervorragender Qualität. Sie sind friedfertig, genügsam, widerstandsfähig und langlebig. Das Fell weist ein dichtes, mittelfeines Unterhaar auf, welches von gewelltem, längerem Oberhaar bedeckt ist. Amerikanische Züchter beschreiben die aussergewohnlich gut schützende Isolationsschicht des Winterfelles, welches die Anlage von unbrauchbarem Isolationsfett weitgehend unnötig macht und auch unter extremen klimatischen Bedingungen in Alaska eine stabile Körpertemperatur garantiert-(sogenannte thermoneutrale Zone). Neben dem klassischen schwarzen Galloway mit einem mahagonifarbenen Schimmer findet man folgende Farbschläge: Weiss, Rot, Dun (beige) und Belted (schwarz mit einer weissen Mittelpartie).
Die Galloways erweisen sich als leichtkaibig, wobei die Kälber eher leicht (28 Kg) und von grosser Vitalität sind. Wir konnten bereits in den ersten Monaten die starke Herdenbildung beobachten. Auffällig sind der ausgeprägte Naturinstinkt und die guten Muttereigenschaften. Die Fruchtbarkeitsleistung bringt im Durchschnitt pro Jahr ein Kalb. Die Fruchtbarkeit basiert auf einer kurzen Zwischenkalbezeit von 360 bis 370 Tage, welche in Schottland immer wieder bestätigt wird. Eine ausgewachsene mittelrahmige Kuh wiegt bei einer Widerristh8he von 120 cm im Durchschnitt 550 Kilogramm. Ein ausgewachsener Stier kommt bei einer Widerristhöhe von 128 cm auf ungefähr 800 Kilogramm. Punkte körperlicher Entwicklung handelt es sich um eine spätreife Rasse. Die Erstbelegung sollte nicht vor 24 Monaten erfolgen.Haltung
Für die ganzjährige Haltung im Freien genügt ein vor Wind schützender Waldrand oder ein Unterstand. Auch im harten Winterklima des schottischen Hochlandes werden die Kalber problemlos im Freien geboren. Den Kälbern kommt die gesamte Milch der Muttertiere zugute.
Die extensive Haltung bietet sich für die modernen Konzepte des Landschaftsschutzes an. Interessant ist die Tatsache, dass unter Verzicht auf mineralische Dünger bei alleiniger Nutzung durch Galloways ein Anstieg der Artenvielfalt beobachtet wird. Eine Verbuschung wird verhindert, Disteln, Binsen und Schilf werden durch die Rinder verwertet und Bodenbrüter gescho'nt: Anforderungen, welche die Technik nur teilweise und nur unter bestimmten Bedingugen erfüllen kann. Gut hat sich die kombinierte Weidehaltung mit Pferden bewährt. (Gemeinsame Haltung mit Pferden oder Nachweide). In der Kreuzungszucht haben die Galloways einen festen Platz. So werden in Schottland Gallowaykühe zum Beispiel mit Short Horn Stieren belegt. Die Kreuzungsprodukte werden als Blue Grey bezeichnet und bringen auch eine ausgezeichnete Fleischqualität. Aufgrund der geringen Geburtsgewichte der Kalber eignen sich Gallowaybullen gut für die Paarung mit Jungrindern verschiedener Milchrassen. Verbreitung
Die Verbreitung in zahlreichen Ländern der Welt folgt den Spuren der englischen Kolonien. Das anpassungsfähige Tier wurde von Alaska bis Kenia mit Erfolg angesiedelt. Die Liste der Züchter im Galloway Journal der Galloway Cattle Society of Great Britain and Ireland vom Dezember 1994 umfasst Mitglieder in 23 Ländern auf allen Kontinenten.
Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE)
In den frühen Achtzigerjahren blühte ein Importboom von Schottland nach Deutschland, welcher erst durch die Bovine SpongiformeEnzephalopathie (BSE) unterbrochen wurde. In diesem Zusammenhang muss darauf hingewiesen werden, dass gerade bei den raufutterverwertenden Galloways der Zusatz von tierischen Eiweissen entfällt und somit bei artgerechter Haltung keine Gefahr für den Rinderwahnsinn besteht.
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FleischproduktionDank der ausgezeichneten Futterverwertung ist die Fleischleistung der Galloways bemerkenswert. Dies umsomehr, als sich das Fleisch durch ein einzigartiges Aroma auszeichnet. Das zwischen den Muskelfasern eingelagerte Fett ist für den marmorierten Aspekt, die Feinheit und Saftigkeit verantwortlich. Das Fleisch ist kirschrot und aus feinen Muskelfasern zusammengesetzt.
Eine aussagekräftige Untersuchung im Vergleich mit anderen Rindfleischsorten zum umfangreichen Thema Fleischqualität ist am Institut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere in Dummerstorf bei Rostock durchgeführt worden. Die Autoren der bemerkenswerten Studie (Prof K.Ender et al) attestieren dem Gallowayfleisch hervorragende Qualitätsmerkmale. Untersucht wurden Fettgehalt, Scherwert und bildanalytische Merkmale bezüglich Fettverteilung. Grosse Bedeutung hat die Zusammensetzung der ungesättigten Fettsäuren, welche beim Gallowayfleisch vorteilhaft ist.
Das durch ganzjährige Weidehaltung besonders diätetische Fleisch wirkt sich positiv auf die Praevention von Arteriosklerose und somit auf die Gesunderhaltung des Menschen aus.
Einsatzmoglichkeiten
In Osteuropa zum Beispiel ist die Gallowayrasse bei der Umstellung grosser volkseigener Milchkombinate auf Extensivhaltung und Reprivatisierung der Landwirtschaft ein wichtiger Faktor.
Oekologische Ausgleichsflächen, Grenzertragsb5den und voralpine Weidegebiete eignen sich für den ganzjährigen Einsatz dieser Rasse im Freien. Dabei ist der naturschützerische und landschaftspflegerische Aspekt von grossem Interesse.
Herdebuch und Zuchtziele
Der Schweizerische Zuchtverein für Gallowayrinder (Swiss Galloway Society) ist als Sektion in die SVAMH (Schweizerische Vereinigung für Ammen-und Mutterkuhhaltung) aufgenommen worden. Beim Gallowayherdebuch geht es bei den Zuchtzielen vor allem um Fruchtbarkeit, gute Muttereigenschaften, Robustheit und Leichtkalbigkeit. Der Fleischqualität wird die Hauptbedeutung beigemessen. Im Gegensatz zu anderen Rassen verzichtet man entsprechend der extensiven Haltung auf die Bestimmung der täglichen Gewichtszunahme und der Gewichte abgesetzter Kalber. Sinngemäss kann bei extensiver Raufutterverwertung das Gewicht allein nicht der wichtigste Erfolgsfaktor sein. Die Mitglieder der SGS verpflichten sich auf sämtliche Futterzusätze wie tierische Eiweisse, Hormone und Antibiotika zu verzichten.
Zusammenfassend zeigt sich, dass neuzeitliche oekologische Anforderungen einerseits und landwirtschaftliche Nutzung anderseits durch die Gallowayrasse auf eine interessante Weise in Einklang gebracht werden. B.vF/96
| Rahmen: | klein- bis mittelrahmig |
| Farbschläge: | black, dun, red, white, belted |
| Fell: | dichtes mittelfeines Unterhaar längeres gewelltes Oberhaar |
| Widerristhohe: | mittelrahmige ausgewachsene Kuh ca 120cm mittelrahmiger ausgewachsener Stier ca 128cm |
| Gewicht: | Kuh ausgewachsen 550 Kg Stier ausgewachsen 800 Kg |
| Kopf: | kurz und breit
unbedingt hornlos, auch keine Hornansätze Ohren mittellang, breit, leicht nach vorn aufwärtsstehend mit starkem Behang Augen gross und ausdrucksstark Maul breit |
| Körper: | durchgehend tiefer, kompakter, symmetrischer
Rumpf
volle, tiefe Brust, bei Kühen mit ausgeprägter Wamme geschlossene, vollfleischige Schulter lange Rippe mit gutem Körperansatz gerader Rücken, gerade Lenden keine exponierten Hüfthocker weibliche Tiere dürfen eine leicht erhöhte Schwanzwurzel haben vollfleischige, nicht zu runde ausgeprägte Keulen tiefreichender Muskelansatz tiefe, volle Flanken kleinknochiges Skelett festansitzendes behaartes Euter |
| Extremitäten: | gut gewinkelt trocken und fest
breite, feste Klauen (keine Spreizklauen) nicht zu fein |
| Eigenschaften, Leistungsnerkmale | genügsam
widerstandsfähig langlebig fruchtbar leichtkaibig (ohne Geburtshilfe) dominant hornlos friedfertig starke Herdenbindung ausgeprägte Naturinstinkte gute Muttereigenschaften spätreife Rasse Erstbelegung in der Regel nicht vor 24 Monaten Fruchtbarkeitsleistung 1 Kalb pro Jahr |